Gesund und stressresistent – heute und in Zukunft

Was chronische Anspannung mit unserem Körper macht und wie wir Burnout-Symptomen vorbeugen

Viele Mütter von Kindern mit Diagnose kennen Symptome wie Müdigkeit, Rückenschmerzen oder Infektanfälligkeit. Häufig sind sie auf die erhöhte Stressbelastung zurückzuführen. An den äußeren Bedingungen lässt sich nur schwer etwas ändern, was aber heißt das für unsere Gesundheit? In diesem Beitrag gehe ich der Frage nach, wie ein nachhaltig resilientes, stressresistentes Leben trotz Mehrbelastung aussehen kann.

Nach zwei Monaten krank zu Hause hat mein Sohn sich eingerichtet. Er möchte das Haus nicht mehr verlassen. „Hier bleiben“, sagt er, sobald ich ankündige, dass wir rausgehen.

Was tun? Früher konnte ich ihn vom Boden hochheben und zum Kinderwagen tragen. Nun, mit zehn Jahren, haben wir weder einen Kinderwagen noch kann ich ihn heben oder tragen.

Dass jeder Gang nach draußen das Potential hat, zum großen Drama auszuarten, sorgt für Stress. Neben unzähligen anderen Faktoren.

Gleichzeitig ist die Betreuungssituation so angespannt, dass ich weiß: Ich darf nicht ausfallen. Nicht nur mein Rücken muss belastbar bleiben, sondern auch ich. Und so stelle ich mir die Frage, wie ich es schaffen kann, gesund zu bleiben trotz der täglichen Mehrbelastung.

Gesund trotz chronischem Stress – geht das?

Am Wissen über Gesundheit liegt es nicht. Überall gibt es Bücher, Podcasts oder Social-Media-Beiträge von Expertinnen, die erklären, wir wir uns ausgewogen ernähren, erholsam schlafen und ausreichend bewegen. Trotzdem, so besagen aktuelle Erhebungen, ist die Zahl der Krankentage in Deutschland auf dem Höchststand.

Woran liegt es also, dass Wissen allein offenbar nicht reicht? Und was können wir konkret tun, um unsere Abwehrkräfte zu stärken?

Ich recherchiere viel über das Zusammenspiel von Körper, Seele und Gedanken – und darüber, wie Stress entsteht und was genau er in unserem Körper bewirkt.

Dass Stress schädlich ist, ist bekannt. Herz-Kreislauf-Probleme, Magen-Darm-Beschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Erschöpfung und Infektanfälligkeit: Die meisten Mütter von Kindern mit Besonderheit kennen solche Symptome.

Wie viele von ihnen achte auch ich darauf, so gut es geht vorzubeugen: durch ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Mehr und erholsameren Schlaf, häufigere Pausen zwischendurch.

Doch all das kratzt nur an der Oberfläche. Denn meist stecken hinter Stresssymptomen tiefsitzende Überzeugungen und Denkmuster, die uns anfälliger machen für Krankheit.

Was uns wirklich krank macht

Stress entsteht nicht einfach dadurch, dass wir zu viel zu tun haben. Stress entsteht in unserer Wahrnehmung und hängt damit zusammen, wie wir Situationen bewerten.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der vor allem Leistung zählt und die Fähigkeit, Leistung zu erbringen. Kaum eine von uns kann sich freimachen von dem Gedanken, dass unser Wert direkt an das gekoppelt ist, was wir leisten – und im Fall von uns Frauen: was wir für andere leisten.

So setzen wir uns unter Druck, erwarten von uns, jederzeit zu funktionieren. Nicht immer sind uns solche Denk- und Verhaltensmuster dabei bewusst.

Die Folge ist oft chronische Überforderung, die unseren gesamten Organismus aus dem Lot bringt. Dadurch werden wir anfälliger für Krankheit.

Graphik Realitätskreislauf. Die Graphik zeigt, dass wir die Realität durch den Filter unseres Selbstbildes und unserer Überzeugungen wahrnehmen. Das beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln. Und so erzielen wir immer dieselben Ergebnisse. Negative Gedanken können also unsere Stressbelastung erhöhen und unserer Gesundheit schaden.
Wir nehmen eine Situation nicht objektiv wahr, sondern gefiltert durch unsere inneren Überzeugungen. Dementsprechend löst ein Ereignis Gedanken und Gefühle in uns aus. Diese beeinflussen unsere Reaktion darauf und unser nachfolgendes Verhalten. So schaffen wir Ergebnisse und Erfahrungen, die wiederum unser Bild von uns und der Welt prägen - den Filter, durch den wir zukünftige Ereignisse wahrnehmen und beurteilen.

Zwischen Wissen und Umsetzung liegt oft ein weiter Weg. Wenn ich darüber nachdenke, habe ich keinesfalls den Anspruch an mich oder meinen Körper, immer nur zu funktionieren. In der Theorie gestehe ich mir zu, eigene Bedürfnisse zu haben. Und doch sieht an vielen Tagen die Realität, in der ich lebe, anders aus.

Das Kind wochenlang krank zu Hause – ich funktioniere, indem ich mich im Multitasking (von dem ich weiß, dass es ein Mythos ist) zwischen Erwerbsarbeit, Betreuung, Haushalt und Familienangelegenheiten zerreiße.

Eine Auszeit für mich – ich verzichte wider besseres Wissen, weil die ADHS-Symptome meines Kindes es nicht zulassen.

Es ist die ständige Alarmbereitschaft, die dauernde Anspannung, weil entweder wirklich was ist oder jeden Moment sein kann. Viele Mütter von Kindern mit Besonderheit leben in einer Daueraktivierung, verursacht durch eingefahrene Denk- und Verhaltensmuster, mit denen wir uns selbst schaden.

Was genau aber bedeutet das und vor allem: Wie durchbrechen wir solche Muster in einem Alltag, in dem oft kaum Zeit bleibt, einen ruhigen Gedanken zu fassen?

So werden und bleiben wir gesund trotz Mehrbelastung

Der erste Schritt ist, die Daueraktivierung zu unterbrechen. Das gelingt, indem wir bewusst für Entspannung sorgen, so schwer das anfangs auch scheinen mag. Entspannung ist die Voraussetzung für Stressabbau und Gesundheit. Wenn wir entspannt sind, können wir direkten Einfluss nehmen auf unser Denken und Fühlen – und so körperliche Symptome verschwinden lassen oder ihnen vorbeugen.

Entspannung bedeutet auch, dass wir in der Lage sind, selbst darüber zu entscheiden, wohin unsere Aufmerksamkeit wandert. Sie behutsam wegzulenken von Gedanken, die in Dauerschleife um Probleme kreisen – hin zu einer bewussten Wahrnehmung unserer Gefühle und Bedürfnisse.

Eine Ursache für stressbedingte Krankheitssymptome ist der lieblose Umgang mit uns selbst: die Bedürfnisse anderer höher zu gewichten als eigene; uns keine Ruhepause zu gönnen, sondern immer weiter zu funktionieren, bis nichts mehr geht. Uns unerbittlich unsere Mängel und Schwächen vor Augen zu führen und unsere Stärken als Selbstverständlichkeiten anzusehen.

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Der Schlüssel zu Gesundheit ist ein Leben, das im Einklang steht mit dem, was wir wirklich wollen und brauchen. Gesund bleiben wir, wenn wir uns so annehmen, wie wir sind und wohlwollend mit uns, unseren Bedürfnissen, Wünschen und auch Schwächen umgehen.

Mit einem Organismus, den wir nicht durch einen permanent krankmachenden Umgang mit uns selbst aus dem Gleichgewicht bringen, haben wir die besten Voraussetzungen, um gesund zu bleiben.

Jetzt bist du dran

Ich möchte dich einladen, einen ersten Schritt zu machen in Richtung nachhaltige Stressbalance. Dafür habe ich eine Checkliste erstellt, mit der du herausfindest, was du konkret tun kannst, um mehr Entspannung und stärkende Gedanken in dein Leben zu holen.

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