Haushalt & Familie: 5 Tipps, wie ihr es gemeinsam schafft

Wie die meisten Eltern heutzutage habt wahrscheinlich auch ihr den Anspruch, eine gleichberechtigte Partnerschaft zu führen. Dazu gehört auch die Überzeugung, das Haushalt alle angeht. Aber wenn das Geschirr gespült, der Einkauf gemacht oder die Wäsche eingeräumt werden muss, sind es doch meistens wir Frauen, die anpacken. Wenn der Alltag zuschlägt, zerplatzen gute Vorsätze oft wie Seifenblasen. Doch das muss nicht sein: In diesem Artikel erfährst du, wie sich Familien- und Hausarbeit ganz selbstverständlich fair verteilen lassen.

So seid ihr als Familienteam unschlagbar

Ihr habt gemeinsam Herausforderungen gemeistert. Anstrengende Phasen Seite an Seite durchgestanden. Für jedes Problem eine Lösung gefunden und euch immer bedingungslos unterstützt. Ihr seid ein unschlagbares Team. Nein, ihr seid mehr als das: Ihr seid eine Familie.

Hand aufs Herz: Seid ihr das auch, wenn die Toilette geschrubbt, bergeweise Wäsche zusammengelegt werden oder Essensreste aus den Töpfen gekratzt werden müssen?

In vielen Familien ist die ungleiche Verteilung der Hausarbeit Streitthema Nummer eins. Die wenigsten von uns haben eben wirklich Lust auf diese lästigen Aufgaben. Da ist es viel praktischer, sich wegzuducken, zu ignorieren und zu hoffen, dass ein anderer zuerst mit dem Staubwedel zuckt.

Das ist verständlich. Aber eben nicht fair. Und das ist es doch, wie wir unser Familienleben führen wollen, oder? Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so schwer (und vor allem nicht schlimm), auch im Haushalt ein unschlagbares Team zu bilden.

Mit diesen fünf Tipps wird die gerechte Verteilung von Hausarbeit zur Selbstverständlichkeit!

Tipp 1: Umdenken – Hausarbeit ist Arbeit

Familien- und Hausarbeit ist echte Arbeit. Sie ist wertvoll, denn sie ist ein Ausdruck von Liebe und Wertschätzung. Und sie geht alle Familienmitglieder an. Sie ist also mindestens genauso viel wert wie Lohnarbeit.

Vor allem Letzteres sollten wir uns alle verdeutlichen: Der Job, den wir machen und für den wir bezahlt werden, ist nicht wichtiger oder wertvoller als die Sorgearbeit für die Familie. Es geht weder ohne das eine noch ohne das andere. Also sollten wir endlich aufhören so zu tun, als wäre „das bisschen Haushalt“ es nicht wert, sich darüber Gedanken zu machen.

Wenn in der Familie Konsens herrscht, dass diese Tätigkeiten ebenso wichtig sind, dann ist eine faire Verteilung auf Augenhöhe leichter machbar.

Auch die Kleinen können helfen

Hausarbeit ist nicht nur eine Angelegenheit für Erwachsene. Je nachdem, wie alt dein Kind ist, gibt es Aufgaben, die auch die Kleinen schon übernehmen können. Und auch die können auf eurer Familien-To-Do-Liste festgehalten werden. So wachsen eure Kinder ganz selbstverständlich damit auf, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen. Und werden so schneller selbständig.

Tipp 2: Schreibt eine To-Do-Liste

Der allererste Schritt, um die Familien- und Hausarbeit gerecht aufzuteilen, ist: aufschreiben, was überhaupt alles regelmäßig anfällt. Setzt euch zusammen und notiert, welche Aufgaben sich in eurer Familie stellen. Damit ihr nicht bei Null anfangen müsst, ladet euch die Hand-und-Seele-Liste für die Familien-To-Dos herunter und passt sie so an, wie ihr wollt.

Erst wenn ihr Schwarz auf Weiß vor euch seht, wie viel „unsichtbare“ Arbeit den ganzen Tag „nebenbei“ erledigt wird, lässt sich die Notwendigkeit, sie fair zu verteilen nicht mehr wegdiskutieren oder ignorieren.

Ein Extra-Tipp: Unterteilt am besten gleich in tägliche, wöchentliche und monatliche To Dos und Aufgaben, die anlassbezogen anstehen. Denn wenn ihr einen Familienplan führen wollt, hilft euch das bei der Strukturierung.

Tipp 3: Verabredet Standards

Ein Fehler, der häufig gemacht wird, ist, zu denken, dass es mit der Verteilung der Pflichten getan ist. Doch das kann zu neuem Ärger führen – dann nämlich, wenn die Wäsche zwar gewaschen, dabei aber auf Puppengröße eingelaufen ist. Oder wenn Kochen mit Warmmachen von Fertiggerichten verwechselt wurde.

Damit das nicht passiert, ist es wichtig, dass ihr euch auf Regeln und Standards verständigt. Wie oft soll geputzt, gewaschen, eingekauft werden? Welche Ansprüche stellt ihr an die Mahlzeiten, die bei euch auf den Tisch kommen – wollt ihr einmal am Tag warm essen oder seid ihr mit Brotzeiten zufrieden? Tauscht euch dazu aus, damit es nicht zu unerwarteten Konflikten kommt.

Handelt gemeinsam aus, wie die Ergebnisse aussehen sollen. Bio-Qualität ist ein Muss für euch? Wunderbar, dann haltet das fest. Wer die Kinderbetreuung übernimmt, muss einen Ausflug auf den Spielplatz einplanen? Dann verabredet das. Je klarer und transparenter ihr in diesem Punkt seid, desto mehr könnt ihr euch später aufeinander verlassen und desto größer ist die allgemeine Zufriedenheit.

Tipp 4: Seid wohlwollend

Ihr seid ein Team, eine Familie. Und auch wenn der Ärger manchmal hochkocht, vergesst nicht, was euch verbindet. Und das ist wichtiger als ein geputzter Küchenboden. Deshalb: Seid großzgügig und geht wohlwollend miteinander um. Auch wenn der andere nicht ganz so gründlich und perfekt den Haushalt erledigt. Und wenn etwas ganz vergessen wird oder schief geht: Weist den anderen freundlich darauf hin. Es ist menschlich, dass etwas vergessen wird. Gebt euch Zeit und Raum, euch an die neue Aufteilung zu gewöhnen.

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Verabschiedet euch von Perfektionismus und übertriebenen Erwartungen. In einer Familie, in der es besondere Erziehungsanforderungen gibt – zusätzlich zu allen „normalen“ Belastungen – ist es illusorisch, dass immer alles perfekt aufgeräumt und geputzt ist, immer eine frisch gekochte warme Mahlzeit auf dem Tisch steht und alle entspannt und zufrieden sind. Nehmt die Dinge, wie sie sind. Und macht das Beste draus. Es gibt Wichtigeres als geputzte Fenster.

Tipp 5: Bleibt dran

Wenn ihr euch auf eine Verteilung der Aufgaben verständigt und sie sogar schriftlich festgehalten habt, dann ist die Verlockung groß, es dabei zu belassen. Es ist ja alles gesagt, und ab jetzt wird es schon laufen.

Bleibt miteinander im Gespräch. Schaut genau hin, wo es doch noch hakt und bessert nach. Vielleicht habt ihr bei der Verteilung etwas nicht bedacht. Oder in der Realität funktioniert es doch nicht so wie auf dem Plan. Das ist nicht schlimm.

Überlegt gemeinsam, wie es besser klappen könnte. Vielleicht greift ihr auf eine externe Hilfe zurück, wenn es zu viel und zu zeitintensiv für euch ist? Oder ihr richtet feste Haushaltszeiten ein, sodass die ungeliebten Aufgaben nicht aufgeschoben und verdrängt werden können, sondern alle gemeinsam loslegen.

Feiert eure gemeinsamen Erfolge!

Auch wenn es hier und da mal hakt, werdet ihr bestimmt auch viele positive Ergebnisse sehen. Weil die Belastung, verteilt auf mehrere Schultern, geringer wird. Weil das gegenseitige Versprechen, dass alle Verantwortung übernehmen, eine positive Dynamik in Gang bringen und die gesamte Familienatmosphäre aufheitern kann.

Im Übrigen solltet ihr euch auch nicht umgekehrt Druck machen, dass nun unbedingt alles genau 50:50 aufgeteilt werden muss. Findet euren individuellen Weg. Selbst wenn eine/r mehr Aufgaben übernimmt als der oder die andere, heißt das nicht, dass das schlimm ist. Richtig ist, was euch zufrieden macht. Manche Menschen mögen Hausarbeit, weil sie dabei abschalten. Was sollte also falsch daran sein, wenn jemand in dem Fall mehr davon übernimmt als die Partnerin oder der Partner?

Viel wichtiger als das ist, dass alle in eurer Familie wissen, dass ihr zusammenhaltet und füreinander da seid. Dass Respekt, Wohlwollen und Verständnis füreinander überwiegen. Denn sonst wird es schwierig, die Herausforderungen als Familie überhaupt zu meistern. Vertraut euch und vertraut auf euch. Und freut euch an jeder kleinen Verbesserung, die ihr gemeinsam schafft!

Sorge gut für dich – dann sorgst du gut für dein Kind!

Deine Meinung ist gefragt

Mich würde interessieren, wie ihr in eurer Familie die Hausarbeit verteilt. Geht bei euch der Fairness-Gedanke vor oder löst ihr das pragmatisch? Schreibe mir doch dazu etwas in die Kommentare.

2 Kommentare zu „Haushalt & Familie: 5 Tipps, wie ihr es gemeinsam schafft“

  1. Wir sind als Team zusammengewachsen, seit wir regelmäßig Ausflüge mit der Familie machen. So stärkt man seine gemeinsamen Ressourcen und wir stärker. Da fällt einem auch der Haushalt im Alltag leichter.

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